Weserkurier gegen „Rechtsabbieger“
„Rechtsabbieger“, diese Metapher ist das Charkterprogramm und Titel einer Broschüre, die der Verlag des Weserkurier und der Norddeutsche Rundfunk nach eigenen Angaben 20 000fach an niederschächsische und Bremer Schulen verteilte. Ingesamt logisch strukturiert, bietet die Arbeit für den Leser manche Information über rechtsextreme Ideen, Personen und Aktivitäten. Ansonsten gibt die Darstellung wenig Einsichten in die tatsächlichen Dimensonen des Rechtsextremismus. Ähnlich der linksextremen Antifa wird keine analytische Stringenz erkennbar. Der Text pendelt zwischen Drama und Verharmlosung. NPD steigt ab, die Mitte der Gesellschaft ist erreicht. Es riecht an alles Enden nach linksradikaler Sozialisation von Autoren, gepaart mit postmoderner Arroganz und Schnodderigkeit des zeitgenösischen Journalismus. Mit sprachlichen „Übel-Etiketten“ am rechtsextremen Bewegungskörper muss das bedruckte Papier auch noch als Kampf- und Erziehungspamphlet herhalten. Dürr, sehr dürr ist der Abschnitt „Gegensteuern“, der sich einer Kommentierung sperrt. Die dargebotene Erkenntnis: Staatszivilisten – es geht vorwärts, alles im Griff. Absurd ist der Abschnitt zu Ausstiegen aus der rechtsextremen Szene, der moritatisch Zweifeln und Ausstiegswilligen in der Szene verkündet: der Staat ist „Scheiße“, Aussteigerinitiativen sowieso, „bleibt wo ihr seid, verkackt“ (vrilcraft). Nebenbei werden falsche Tatsachen behauptet, die zitierte Scharlatane feilbieten, die Begründung der Bewertungsdoktrin von Ausstiegen und Ausstiegsinitiativen sind. O-Recheche. Ist der Kenner der Materie an der Stelle, legt er die Broschüre in die dunkle Kammer: schade um das Geld. Der Leserkreis wird sich auch in Grenzen halten und das Papier wird zu großen Teilen auf Schulböden vergilben.